Montag, 19. April 2021

DU, immer noch DU

Es ist der erste Tag, an dem ich nach der wöchentlichen Pause, meine Pille wieder nehme und direkt geht es wieder bergab. Heute Morgen kam ich kaum aus dem Bett und als ich es geschafft habe, musste ich nach etwa 1,5h wieder zurück. Das Lernen mit DIR war mir zu viel und ich wollte mich einfach nur verkriechen; vor dem Studium, vor meinem Leben und vor alle, vor meinen bösen Gedanken. Nach dem kurzen „Mittagsschlaf“ war ich Gott sei Dank wieder „resettet“ und konnte fast normal weiter lernen, auch wenn ich deutlich länger gebraucht habe...

Nun waren wir natürlich wieder zum Zocken verabredet und ich war nur kurz weg, aber als ich wieder kam, warst du nicht mehr da. Klar, deine Freunde und ich haben noch ein wenig gequatscht und ich habe ihnen zugeguckt und an meinem Bild gemalt, aber Du. Warst. Weg. Du hast gefehlt. 

Und das tat weh. Ich vermisse deine Stimme abends so sehr! Ich wollte dich „Gute Nacht“ sagen hören. Ich würde so gerne so wichtig für dich sein, dass du nicht einfach gehst, sondern wartest, bis ich wieder da bin und dich dann von mir verabschiedest. Ich wäre so gerne näher bei dir. Ich würde so gerne meinen Kopf an deine Schulter lehnen. Ich würde gerne wissen, wie es wäre dich zu küssen... Das sind alles meine Hormone, die da aus mir sprechen, aber auch wenn ich weiß, dass das bis morgen wieder weg geht, mit den Gefühlen und Gedanken muss ich dennoch leben. 

Und ausgerechnet heute morgen, kurz vor der Vorlesung, hast du gesagt, dass du meinen Text gelesen hast; also den über meine (Nicht-)Beziehungen. Damit habe ich ehrlich gesagt nicht gerechnet und eigentlich hätte ich mit dir darüber reden wollen, aber die Vorlesung ging genau dann los (sie war so langweilig, auf deine Meinung zu verzichten hat sich definitiv nicht gelohnt!). Soll ich das noch einmal ansprechen? Soll ich es sein lassen? Ich würde gerne hören, was du dazu zu sagen hast... Fandest du es interessant? Traurig? Schrecklich? Langweilig? Konntest du damit überhaupt etwas anfangen?

Du weißt jetzt so Vieles von mir und ich über dich ... nicht. Ich kenne dich eigentlich kaum, denn du sprichst selten über dich. Nur über Dinge, die mit dir zu tun haben. Ich hoffe wirklich so sehr, dass wir irgendwann mal zusammen in unserer Uni-Stadt essen gehen können und ich dann vielleicht mehr über dich erfahre. Vielleicht wird das auch ein Reinfall, weil uns vielleicht keine Gesprächsthemen einfallen, aber vielleicht wird es auch wunderschön...? Vielleicht darf ich dich dann mal umarmen und ganz feste drücken.

Ich bin verrückt, so verrückt. Ich könnte wieder weinen und dabei ist das so ein Blödsinn! Alles ist Blödsinn, was sich gerade in meinem Kopf abspielt. Alles Schwachsinn und Hirngespinste geboren aus hormonellen Blödsinn. Aber selbst an solchen Tagen sollte ich dich nicht wollen! Niemals! In keiner Sekunde! Und doch freue ich mich auf morgen und deine Stimme in meinem Ohr. 




Montag, 12. April 2021

Eigentlich war doch alles gut...

 Ja, es war ein schöner Tag. Die ersten Vorlesungen vergingen wie im Flug und ER und ich haben direkt Zusammenfassungen gemacht. Danach habe ich mich noch mit einer Freundin getroffen, die Cousine meines Freundes beim Einkauf gesehen und mir als kleine „Belohnung“ einen ganzen Kasten Afri-Cola geholt. Kleine Anmerkung: ER fabriziert gerade zum Üben ein kleines Werbevideo zu Afri-Cola, um das Programm zu lernen und zu testen. Nur für sich selbst und als Übung. Ich konnte an dem Kasten also nicht vorbeigehen, obwohl ich die Cola noch nie getrunken habe... So viel Einfluss hat ER halt doch noch auf mich...

Meine bestellte Bluray ist angekommen, ich habe mal wieder ein bisschen gekocht und alle weiteren Aufgaben erledigt. Mit meinem Freund gequatscht und ein wenig gemalt. Alles soweit entspannt. Aber leider habe ich in dieser Woche wieder die besondere Woche einer jeden Frau im Monat und das zieht mich direkt richtig runter... Das Zocken lief nämlich richtig schlecht und zurzeit verbessere ich mich auf überhaupt nicht. Leider gibt es beim Zocken so ein paar toxische Communitys. Und wenn ich dann mehrmals im Chat lese, dass ich dich bitte leften soll und bitte „sterben“ soll, dann zieht mich das sehr runter... Auch wenn das albern ist, aber in besagter Woche geht das direkt durch und verletzt mich in meinem Selbstwertgefühl...

Und ER kann auch nichts dagegen machen, obwohl wir teilweise auch zusammen gespielt haben. Und mein Freund lächelt mich an und drückt mich und trotzdem fühle ich mich wie einer der letzten Menschen... Ich hoffe morgen wird der Tag wieder besser... 

Sonntag, 11. April 2021

Ohne Schmerz gehts nichts

 Es ist wirklich merkwürdig. Ich bin gerade zwar nicht unglaublich glücklich, aber zufrieden. Im Moment gibt es kein Hoch, aber auch kein Tief, sondern eine ganz seichte Brise der vollkommenen Ruhe.

Bereits früher konnte ich am besten Schreiben, wenn ich in irgendeinem Schmerz gefangen war: am effektivsten war dabei Liebeskummer.

Aber nun, wo ich DICH nur noch als Freund sehe, da entspringt mit keine Inspiration für Worte, Sätze und Texte. Ich habe irgendwie nichts zu sagen. Ich bin zum Schweigen gebracht. Also versuche ich mir etwas auszudenken. Etwas Schönes. Mal sehen...

...

...

...

Vielleicht das nächste Mal. Ich habe einfach nichts zu sagen.

Freitag, 9. April 2021

Gespräche sind super

Die letzten Tage ist nicht viel passiert, außer ein wenig Zocken, ein wenig Malen und sich über die Uni aufregen, weil es nächste Woche mit Vielem wieder losgeht, die aber überhaupt nichts hinkriegen... Selbst der Stundenplan steht noch nicht...

Auf IHN war ich manchmal etwas sauer, weil er mich wieder oft beim Zocken korrigiert hat und auch wenn er das nur nett meint und will, dass ich mich verbessere, tut das immer noch etwas weh... Oder dass er meinen Text nicht gelesen hat. Das tat auch weh, weil ich wieder dachte, dass ich unwichtig sei...

Und heute merkte ich, dass meine Gefühle für ihn in den letzten Tagen wieder nur rein freundschaftlicher Natur wurden, sodass ich mich traute ihn auf unsere Beziehung anzusprechen. Gestern schrieb ich ihm abends, dass ich gerne mit ihm reden würde, aber mein Freund das nicht so mitbekommen soll. Ich spreche mit meinem Freund wirklich über alles, aber manche Dinge muss ich erst für mich selbst klären, bevor ich ihm davon erzählen kann... 

Heute morgen antwortete ER also, dass er wohl den ganzen Tag da wäre und ich mich nur melden bräuchte. Gesagt, getan, ich rief ihn an. Zunächst ging er nicht ran, was mich verunsicherte, aber kurze Zeit später rief er zurück. Nach ein paar Minuten Smalltalk fragte ich ihn also, was für ihn wichtig in einer Freundschaft wäre und wie er Freundschaft definieren würde. Er sagte, dass Vertrauen für ihn das Wichtigste wäre und nachdem ich darauf erst einmal nichts erwiderte (ich war nervös und es war der Anfang des Gespräches), ergänzte er, dass ich für ihn eine Freundin wäre. Und bumm, war ich direkt viel entspannter. Ich glaube ich war mir einfach sehr unsicher, wo wir stehen. Denn ich bin jemand, der Menschen sehr schnell und leicht in sein Herz schließen kann und diese dann Erstens eine gewisse Macht über mich haben (böse Worte von Ihnen stechen mir direkt ins Herz) und Zweitens kommen diese Menschen da nicht mehr so leicht raus. Das ist oft schwierig, weil es Menschen gibt, die das schamlos ausnutzen, aber andererseits ermöglicht es mir mit Menschen in Kontakt zu treten und böse Nachreden so lange zu ignorieren, bis ich mir selbst ein Bild gemacht habe. 

Daraufhin sprachen wir 1h lang über das Thema Freundschaft. Ich erklärte ihm, dass es mir sehr, sehr schwer fallen würde, wenn ich Menschen in mein Herz geschlossen habe, diese wieder gehen zu lassen und dass ich ein Mensch bin, der sich und seine Seele Menschen sehr schnell offen darlegen würde. Ich erzählte ihm von ehemaligen Freundschaften und Erfahrungen mit neuen Menschen. Mir ist es nämlich bereits passiert, dass Menschen damit nichts anfangen konnten oder sie verstört waren, nachdem ich ihnen von meinen Depressionen und dem ehemaligen Ritzen erzählt habe. Als ich ihn dann bat mir Bescheid zu geben, wenn ihm das bisher schon alles zu viel wäre, entgegnete er, dass das nicht so wäre und ich mir keine Sorgen darum machen bräuchte. Abgesehen davon hätte er bei unserem „Kennenlernen“ direkt bemerkt, dass er mit mir auch über Nicht-Uni-Dinge reden könnte und mit unserer ehemaligen Kommilitonin eher nicht (wir mussten uns für ein Modul in 3er Gruppen vorbereiten und bei WhatsApp kamen zufällig ER und die Kommilitonin dabei herum). Er erzählte auch, dass es für ihn immer schon schwierig war Freundschaften mit Mädels zu knüpfen, weil er das immer schwierig fand, weil direkt Gerüchte aufkommen oder einer der beiden dann doch mehr wollen könnte. Im Grunde genommen hat er mir gesagt, dass ich seine erste weibliche Freundin wäre, was ich echt süß fand und womit ich nicht gedacht hätte. Die anderen Mädels, mit denen er ab und zu zockt, wären für ihn nicht automatisch Freunde, sondern eher Bekannte. 

Und nachdem wir das erst einmal geklärt hatten, erzählte ich ihm, wie ich überhaupt auf das Thema kommen würde. Zuerst erzählte ich ihm von meiner Befürchtung, dass wir uns nach dem 2. Semester aus den Augen verlieren könnten (wir werden beide unterschiedliche Wahlpflichtfächer wählen und so kaum noch Kurse miteinander haben...). Das Thema hatte er sogar von selbst aufgegriffen und gemeint, dass er sich gut vorstellen könnte, dass wir auch nach dem 2. Semester in Kontakt bleiben würden. Er begründete das damit, dass er mich ja als Freundin betrachten würde und das tat mir gut. Es war also schon mal sehr gut, dass ich nicht krampfhaft meine freundschaftlichen Gefühle wieder auf eine reine Uni-Beziehung zurückschrauben müsste.

Außerdem fragte ich ihn, warum er meinen Text nicht gelesen hätte und dass bei mir dann ankommt: Sie ist mir nicht wichtig genug; eigentlich will ich das auch gar nicht. Er verneinte das sofort und widersprach mir. Ausgerechnet an dem Tag hätte er keine Zeit gehabt und es tatsächlich vergessen. Wobei er selbst bemerkte, dass das wie eine schlechte Ausrede klingen würde. Aber er würde sich dransetzen und später am Abend hat er zumindest gesagt, dass er angefangen hätte. Da er kein besonders gerne lesender Mensch ist und es 16 Seiten sind, verstehe ich, dass er das nicht in einem Rutsch ließt.

Was ich noch sehr schön fand, war, dass er sich darauf freuen würde, wenn wir uns „nach“ Corona auch mehr anders sehen könnten, als nur online. In der Uni oder auch privat. Ich glaube wir müssten mal zusammen Sushi essen gehen: mögen wir beide nämlich gerne.

Wir redeten wirklich über viele Dinge (Kritikfähigkeit, „Freunde“ mit anderen Prioritäten, Themen über die man nicht mit Freunden reden kann, Freundschaften während Corona, emotionale Unterschiede zwischen Mann und Frau, ...) die ich gar nicht alle aufzählen kann. Am Wichtigsten ist mir aber, dass wir uns nur aufeinander konzentriert haben und er nicht gleichzeitig am PC war und seine Sachen erledigte. Das war wirklich „Deep Talk“ und ich hoffe, dass es auch für ihn klärend war, um mich als komplizierte Person besser zu verstehen und einzuschätzen. Er sagt zwar selbst von sich, dass er kein so tief-gehender Mensch wäre, aber das glaube ich nicht. Klar, ist er  nicht auf meinem Level, aber er ist ja auch deutlich jünger und allein, dass er mit mir darüber gesprochen und es verstanden hat, beweist doch das Gegenteil.

Ich bin tatsächlich einfach glücklich. Es fühlt sich für mich jetzt alles richtig an und angenehm wohlig. Jetzt habe ich hoffentlich einen guten Freund gewonnen.











Dienstag, 6. April 2021

Der Riss zieht sich bis in die unendliche Tiefe der Dunkelheit

 Meine Glasglocke ist gesprungen, sie hat einen Riss. Nun können die dort unten eingeschlossenen Stimmen und Monster wieder näher an mich heran. Ich höre bereits ihre geflüsterten Worte: „Hol die Klinge raus. Verwirkliche den Schmerz. Rette deine Seele und opfere dafür deinen Körper!“

Ja, ganz toll ist das. Seit etwas mehr als 3 Jahre habe ich nicht einen Gedanken an Klingen oder Blut verschwendet. Seit über 7 Jahren bin ich schnittfrei und dann kommst DU! Ich weiß, dass dich keine Schuld trifft, aber so enttäuscht war ich nicht einmal bei meiner Mathe-Klausur vor ein paar Wochen. Du schaffst es, dass ich mir wieder körperliche Schmerzen wünsche, um meine Psyche zu schützen.

 

Natürlich habe ich die Wette gegen mich verloren und gestern erst mehrmals meinen Text erwähnt und dann gefragt, ob du noch eine Bettlektüre lesen wollen würdest. Du verneintest und daraufhin schickte ich dir einfach den Text als Link für ein IPad-Programm. Du wundertest dich, was das sein sollte und ich nannte es deine Bettlektüre. „Die lese ich aber erst morgen. Heute nicht mehr.“, wandtest du ein. „Aber du hast nur 24h Zeit, dann nehme ich den Text wieder zurück.“

Im Laufes des Tages passierte nicht viel; nur dass du dein IPad nach 2 Wochen wieder benutzen wolltest. Als wir uns nachmittags kurz verabschiedeten und ich dann wieder kam, schrieb ich dich an. Du kamst in den Chat und auf die Frage, was du denn machen würdest, kam die Antwort: Nichts. Aber du seist beschäftigt. Okay...? Mein Gedanke: du beherzigst meine Bitte mir nicht zu sagen, wann du den Text lesen wirst. Und kurz darauf trudelten deine Freunde ein wir zockten. Es war allerdings etwas ernüchternd, weil wir gegen gute Gegner spielten... Als wir dann fertig waren und es im Chat ruhig war, beschloss ich ein anderes Spiel alleine zu machen, so wie deine Freunde auch. Im Chat waren wir verbunden. Nach etwa 30min fragtest du, ob ich denn noch da wäre und ich bejahte. „Was machst du?“ - „Ich zocke.“ „Ernsthaft? Sag mir mal Bescheid wenn du fertig bist, ich wollte mit dir reden.“

Okay, ich hatte mich nicht geirrt. Er hatte den Text gelesen... Also spielte ich die Runde noch ca. 15min zu Ende und wartete darauf, dass du mit mir sprachst, ich erwähnte sogar extra, dass ich jetzt malen würde (also fertig bin). Aber es kam nichts. Also etwa gewartet und laut gesagt: „Ist ja schon spät, ich sollte wohl langsam mal in Bett.“ Kam wieder nichts, außer „was hast du denn gedacht?!“. Dann dir meine to-do-Liste für morgen geschickt und kurz schrieben wir miteinander, obwohl wir ja auch im Chat waren. Das war erst lustig, aber nach 3 Nachrichten schienst du auch darauf keine Lust mehr zu haben. In meiner letzten Nachricht fragte ich sogar noch, ob etwas Wichtiges wäre, weil ich sonst schlafen gehen würde, aber du antwortetest im Chat mit „nein, es gibt nichts Wichtiges“.

Ich bin dir nicht wichtig. Ich habe falsche Erwartungen. Ich will ... ich weiß es nicht. Was sollte jemand wie ich schon wollen? Ich habe doch alles und sollte glücklich sein und den Kontakt zu dir deutlich einschränken. Das werde ich wieder nicht schaffen und dann geht es wieder von vorne los... Auf der ewigen Suche nach dem Gefühl von: so wie es ist, ist es gut und fertig!

Sonntag, 4. April 2021

120h ohne dich

5 of 5

Heute Abend warst du wieder da. Ich habe deine Stimme gehört und mit dir gezockt und du warst wirklich da. Einfach so, als wäre nichts gewesen...

Aber für mich ist viel gewesen. 5 schreckliche Tage waren das. Und jetzt ist die Anspannung zwar verpufft, aber es macht sich auch ein klein wenig Enttäuschung breit. Es gab keinen Moment zwischen uns. Es gab keine Sekunde für uns alleine.

Das Romantischste war noch, als wir beim Zocken waren und du in irgendeinem sagtest „ich sehen nur dich“. Es war nicht zu 100% im Kontext des Spiels, weil ich nicht direkt vor dir lief oder so, worauf du das hättest beziehen können, aber so ähnlich. Und nun sind wir für morgen verabredet. Mal sehen, ob du mir dann genauer erzählst, wie es war. An meinen Text konntest du dich auch noch erinnern, aber ob du ihn nachlesen möchtest? Oder soll ich dich noch einmal auffordern, weil du dich vielleicht nicht traust? Aber das geht gegen meine Wette...

Mal sehen. Du entscheidest. 

Samstag, 3. April 2021

96h ohne dich

 4 of 5

Du kommst wieder zurück. Du bist wirst wieder da sein. 

Gerade vermisse ich dich besonders doll, denn mit jedem Tag kam mir die Zeit noch langsamer vor. Während du hoffentlich viel Spaß hattest, habe ich dem Sonntag entgegen gefiebert. Mein Körper ist so angespannt, dass er zerspringen könnte. Ich brauche deine honigsüße Stimme und deine trockenen Sprüche. Ich brauche deinen energiegeladene Motivation und deine ausufernden Ausraster beim Zocken. Ich brauche deinen schüchternen Blick und deine blühende Begeisterungsfähigkeit. Ich brauche dich. 

Bitte schreib mir morgen noch vor 18 Uhr. Bitte schreib mir, wenn du Zuhause bist. Bitte gib mir ein kleines Zeichen, dass auch du an mich gedacht hast. Bitte vermittle mir, dass ich mehr für dich bin, als nur ein weiterer Mensch in deiner Freundesliste. Bitte lass mich noch ein kleines bisschen weiter von dir träumen.

Noch mindestens 18h ohne dich.

Freitag, 2. April 2021

72h ohne dich

3 of 5


Hallo DU,


heute war ein sehr depressiver Tag... Ich kam bereits morgens kaum aus dem Bett und während mein Freund schon aufgestanden war, drehte ich mich wieder um und schlief erneut ein. Aber leider nur für etwa 1,5h. Ich hatte überhaupt keine Lust auf Frühstück, aber die Brötchen waren bereits fertig aufgewärmt und wenn ich noch länger gewartet hätte, wären die bloß hart geworden. Also aß ich sie, während mein Freund seinen Film weiter schaute. Danach verzog ich mich wieder aufs Bett und las in dem Blog. Das hätte ich wahrscheinlich den ganzen Tag gemacht, wenn meine Nachbarin mich nicht daran erinnert hätte, dass ich ihr heute die Haare färben wollte. Gesagt, getan und sobald ich wieder Zuhause war, verkroch ich mich wieder ins Bett und las weiter. Wenigstens hab ich noch geschafft mich zu duschen, bevor ich noch einmal eingeschlafen bin. Wenigstens etwas. Ansonsten war mein einziger Wunsch heute: dem Tag verschlafen.

Eigentlich hatte ich mich darauf gefreut wieder auf dem Balkon zu sitzen und ein wenig Unikram zu machen, aber das Wetter war scheußlich. Die Sonne ließ sich nicht blicken und so verkrümelte ich mich eben auch. Ich würde gerne besser beschreiben können, wie Tage für mich dann aussehen und sich anfühlen, aber mir fallen keine schönen Worte und Sätze dazu ein. Trotzdem möchte ich es versuchen:

Es ist alles Grau. Statt Rosarot färbt meine Brille die Farben in verschiedene Abstufungen von Schwarz in Grau und Grau und Grau. Doch egal wie viele Lampen ich auch anschalte, es gibt kein reines Weiß in meiner Sicht, denn helles Weiß könnte ja die Laune heben und das ist schließlich nicht in Ordnung. Und so blicke ich dann nicht in weiße Wolken, sondern in grau-schwarze Kohlen am Himmel. Jeder Sonnenstrahl wirkt wie schwarzer Teer, der sich einen Weg durch die Matsche bahnt; nur um die Welt noch trister zu machen. Die gesamte Umgebung ist dann kalt um mich herum und alles, was ich normalerweise „Zuhause“ nenne, ist nur irgendein kaltes, konturloses Konstrukt. Es ist so, als wäre auch mein Körper gefroren, aber ohne das Kribbeln, dass er sich daraus befreien will. Er ist nur taub und stumpf. Stoße ich irgendwo gegen, dann merke ich das nicht einmal.

Und so wie es von außen ist, so sieht es auch von Innen aus. Dort wabert dichter Nebel vor sich her, der alles einhüllt, wie alter Staub. Mein Inneres ähnelt dann einem verlassenen Haus, das seit Jahrzehnten unbenutzt ist und alle alten Fotos mit ihren lächelnden Gesichtern werden von einer so dicken Staubschicht bedeckt, dass sie nichts weiter als unscharfe Erinnerungen abbilden. Es ist dann so, als würde es die Vergangenheit nicht geben, die mich ausmacht. Ich weiß dann überhaupt nichts mehr über mich...

Wer bin ich? Was mag ich? Was hasse ich? Was bringt mich zum Lachen; was zum Weinen? Welche Wünsche und Träume habe ich? Welche Eigenschaften machen mich aus? Gibt es überhaupt etwas, das mich ausmacht und was mich charakterisiert? Habe ich überhaupt einen Charakter oder bin ich eine leere Hülle ohne Inhalt? 

Und wenn ich dann versuche in mich hinein zu hören und Antworten auf all diese Fragen zu finden, dann höre ich einfach... Nichts. Da antwortet keine traurige, fröhliche, zornige, zickige, lebensfrohe, pessimistische oder bösartige Stimme. Es existieren keine Gedanken, keine Wünsche, keine Hoffnungen. Aber selbst wenn ein kleiner Teil von mir versuchen würde zu antworten, so käme kein Geräusch bei mir an. Nebel und Staub verschlucken alles, was gehört werden will. Also wandere ich weiter alleine durch die Zimmer meines Ichs und höre weder mich, noch die Umgebung. Es ist einfach nur still.

Also suche ich nach irgendeiner Emotion, nach einem kleinen bisschen Leben in mir, aber nicht einmal die Bilder von DIR konnten irgendetwas in mir auslösen. Ich habe dich nicht vermisst, ich habe mich nicht nach dir gesehnt, ich habe nichts mit dir verbunden.

Aber jetzt merke ich wieder, dass da etwas fehlt; dass DU mir fehlst. Und so mehr ich mir selbst verbiete mir eine Zukunft mit dir vorzustellen und meinen Freund zu verlassen, desto schlechter geht es mir. Ich möchte weder das eine, noch das andere. Ich weiß selbst nicht, was ich will und warum ich es will. Abgesehen davon, dass du bestimmt auch kein Mädchen möchtest, das so viel älter ist, das oft so kompliziert ist, das woanders wohnt, das ganz anders ist, das in festen Händen ist, das Depressionen hat, das bei ihrem Freund wohnt, von welchem sie doch immer schwärmt. 


Ich würde mich auch nicht wollen.

Deine dich vermissende ... Ich.



Noch 42h ohne dich.

Bereits am Morgen fällt mir das Atmen schwer

Es ist Karfreitag. Ein Feiertag. Mein Freund ist bei mir. Ende.

Wäre das schön? Wenn es einfach so sein könnte?! Aber nein, mein ganzer Körper kribbelt und mir ist wieder die Bleiplatte auf die Brust geschnallt. Jedes Mal, wenn sich meine Brust hebt und senkt, spüre ich diese Enge in meiner Kehle. Ich will sie loswerden, denn alles lähmt mich zu sehr... Ich kann nichts weiter tun, als Atmen und Schlafen. 

Ich lese einen Blog, den ich bereits 2014 las und der tatsächlich noch im Netz zu finden ist. Es ist ein trauriger Blog, der bereits damals ähnliche Gedanken widerspiegelte, die ich hatte. Und obwohl ich weiß, dass es mir nicht gut tut darüber zu lesen, wie schlecht es ihr geht, kann ich nicht anders. Es ist das Einzige, wofür ich heute ein wenig Energie habe. Abgesehen davon, kriege ich nämlich nichts hin. Ich blicke vor mir ins Leere und spüre nichts. Meine Gedanken kreisen nur um das Beenden des heutigen Tages und dich. Was machst du wohl gerade...? Bist du unterwegs und machst Fotos? Arbeitest du an deinen Animationen? Denkst du auch mal an mich? Freust du dich darauf wieder Zuhause zu sein? Bist du Sonntag vielleicht schon vor 18 Uhr Zuhause und meldest dich dann? Wir hatten noch nie so lange keinen Kontakt. Selbst an den Wochenenden, an denen wir nicht verabredet waren, hast du mir geschrieben. Und das sogar über WhatsApp, obwohl du dein Handy nur sehr selten in die Hand nimmst. Das hat mich jedes Mal Lächeln lassen. Weil du an mich gedacht hast; aber nun... Du versuchst es nicht einmal. Ich bin dir zu nahe getreten. Ich habe mich dir aufgedrängt. Ich hoffe, dass ich dich dadurch nicht verloren habe. Ich vermisse deine Stimme.

Aber ich muss diesen Tag nur überstehen und wenn ich dann morgen wieder aufwache, wird alles besser sein. Das muss es einfach!


Donnerstag, 1. April 2021

48h ohne dich

 2 of 5

Der Tag verlief vergleichsweise gut. Ich war morgens tatsächlich auf der Sonnenbank (schönes, kleines Luxusgefühl) und habe danach meine Mama besucht. Wir beide haben ein bisschen geschnattert und unweigerlich habe ich auch von dir erzählt und dass du für mich zurzeit nicht erreichbar bist. Natürlich hat sie sofort gemerkt, dass mich das doch mehr beschäftigt, als es das tun sollte, woraufhin ich ihr von meiner kleinen Schwärmerei erzählt habe. Sie hat sich nur kaputt gelacht, weil sie das so gut von sich selbst kennt. Als sie in meinem Alter war, hatte sie einen sehr lieben Freund der Marke „Schwiegermamas-Liebling“ und dennoch verliebte sie sich in einen „Biker“; also einen Typen der Marke „Macho“. Das hat mich ein bisschen beruhigt, denn nun fühle ich mich nicht mehr ganz alleine mit solchen Gefühlen. Sie beruhigte mich sogar noch weiter, indem sie mir von einer Freundin mit ähnlichen „Symptomen“ berichtete. Bei manchen Menschen sei es ganz normal, dass sie sich in einer längeren und harmonischen Beziehung neu verknallen. Das läge nicht daran, dass die Beziehung schlecht wäre, sondern vielmehr an der Suche nach starken inneren Emotionen, die wie ein kleiner Ausbruch aus der Routine sind. Wenn ich dir gegenüber also so fühle, wie ich das gerade tue, dann möchte ich einfach wieder etwas stärker fühlen, denn harmonische Beziehung sind angenehm und seicht wie ein Strandurlaub, aber von einem anderen zu Träumen gleicht einer Städtereise in einem Land, dass man nicht kennt. Es ist zunächst neu und aufregend und man will alles entdecken, aber irgendwann ist man dann doch froh, wenn man am Strand einfach die Beine hochlegen und entspannt den rauschenden Wellen zuhören kann.

Ich war zunächst mit mir versöhnt und als ich mich später mit meiner Freundin getroffen habe, war ich locker und fröhlich und wir lachten uns über unsere Schwärme kaputt (bis vor etwa 1 Jahr fand sie ebenfalls einen Jüngeren ganz nett). Aber dennoch konnte ich bei dm nicht widerstehen und habe mir noch 2 neue Nagellacke gekauft. Jetzt besitze ich 3 verschiedene Orange-Töne und das nur, weil das deine Lieblingsfarbe ist. So bekloppt bin ich dann also doch noch...?! Zuhause konnte ich mich dann aber nicht entscheiden und so habe ich einfach alle 3 Orange-Töne, Pink und Flieder auf meine Nägel aufgetragen, sodass jeder Finger eine andere Farbe hat. Passend zu Ostern. Hoffentlich halten die Farben bis Sonntag, wenn du endlich wieder da bist. Dann kann ich dir nämlich ganz stolz ein Foto schicken. Ich hoffe dir gefällt das. 

Und hier sollte es enden. Hier sollte ich über mich selbst lachend gute Nacht sagen und endlich schlafen gehen, aber trotz des Gespräches mit meiner Mutter, dass mir heute Morgen so ein gutes Gefühl bereitet hat, sitze ich trostlos hier und vermisse dich weiterhin. Dabei scrolle ich durch unsere Chatverläufe und stolpere immer wieder über die beiden einzigen Fotos von dir, die ich habe. Und leider finde ich dich jedes Mal attraktiver. Aber ich schaffe es tatsächlich nicht dir dann länger als ein paar Sekunden „in die Augen“ zu sehen, denn irgendwie schäme ich mich dafür.

Ich habe Angst, dass es jemanden (Gott?) gibt, der mich für jeden Blick verurteilt. 

Ich habe Angst, dass meine kleine Schwärmerei dadurch realer wird.

Ich habe Angst, dass du das irgendwie spürst. 

Ich schäme mich und kann es doch nicht lassen. Denn ein ganz kleines bisschen fühle ich mich dir dann näher. Ich vermisse dich.

Noch 66h ohne dich.