Es ist der erste Tag, an dem ich nach der wöchentlichen Pause, meine Pille wieder nehme und direkt geht es wieder bergab. Heute Morgen kam ich kaum aus dem Bett und als ich es geschafft habe, musste ich nach etwa 1,5h wieder zurück. Das Lernen mit DIR war mir zu viel und ich wollte mich einfach nur verkriechen; vor dem Studium, vor meinem Leben und vor alle, vor meinen bösen Gedanken. Nach dem kurzen „Mittagsschlaf“ war ich Gott sei Dank wieder „resettet“ und konnte fast normal weiter lernen, auch wenn ich deutlich länger gebraucht habe...
Nun waren wir natürlich wieder zum Zocken verabredet und ich war nur kurz weg, aber als ich wieder kam, warst du nicht mehr da. Klar, deine Freunde und ich haben noch ein wenig gequatscht und ich habe ihnen zugeguckt und an meinem Bild gemalt, aber Du. Warst. Weg. Du hast gefehlt.
Und das tat weh. Ich vermisse deine Stimme abends so sehr! Ich wollte dich „Gute Nacht“ sagen hören. Ich würde so gerne so wichtig für dich sein, dass du nicht einfach gehst, sondern wartest, bis ich wieder da bin und dich dann von mir verabschiedest. Ich wäre so gerne näher bei dir. Ich würde so gerne meinen Kopf an deine Schulter lehnen. Ich würde gerne wissen, wie es wäre dich zu küssen... Das sind alles meine Hormone, die da aus mir sprechen, aber auch wenn ich weiß, dass das bis morgen wieder weg geht, mit den Gefühlen und Gedanken muss ich dennoch leben.
Und ausgerechnet heute morgen, kurz vor der Vorlesung, hast du gesagt, dass du meinen Text gelesen hast; also den über meine (Nicht-)Beziehungen. Damit habe ich ehrlich gesagt nicht gerechnet und eigentlich hätte ich mit dir darüber reden wollen, aber die Vorlesung ging genau dann los (sie war so langweilig, auf deine Meinung zu verzichten hat sich definitiv nicht gelohnt!). Soll ich das noch einmal ansprechen? Soll ich es sein lassen? Ich würde gerne hören, was du dazu zu sagen hast... Fandest du es interessant? Traurig? Schrecklich? Langweilig? Konntest du damit überhaupt etwas anfangen?
Du weißt jetzt so Vieles von mir und ich über dich ... nicht. Ich kenne dich eigentlich kaum, denn du sprichst selten über dich. Nur über Dinge, die mit dir zu tun haben. Ich hoffe wirklich so sehr, dass wir irgendwann mal zusammen in unserer Uni-Stadt essen gehen können und ich dann vielleicht mehr über dich erfahre. Vielleicht wird das auch ein Reinfall, weil uns vielleicht keine Gesprächsthemen einfallen, aber vielleicht wird es auch wunderschön...? Vielleicht darf ich dich dann mal umarmen und ganz feste drücken.
Ich bin verrückt, so verrückt. Ich könnte wieder weinen und dabei ist das so ein Blödsinn! Alles ist Blödsinn, was sich gerade in meinem Kopf abspielt. Alles Schwachsinn und Hirngespinste geboren aus hormonellen Blödsinn. Aber selbst an solchen Tagen sollte ich dich nicht wollen! Niemals! In keiner Sekunde! Und doch freue ich mich auf morgen und deine Stimme in meinem Ohr.